Abgrenzen, aber mit Augenmaß!

Freundlich Nein sagen

„Du musst dich mehr abgrenzen!“

Diesen Rat höre ich im Berufsalltag und im privaten Umfeld erstaunlich oft – meistens unter Kolleginnen, halb mitfühlend, halb verschwörerisch.

Gerade Frauen kennen das: Wir helfen gern, springen ein, fühlen uns „zuständig“ – und haben gleichzeitig Angst, unkooperativ oder gar egoistisch zu wirken, wenn wir mal Nein sagen.

Kein Wunder also, dass den „People Pleasern“ unter uns in Ratgebern, Therapie und Coaching häufig empfohlen wird: „Lerne, dich besser abzugrenzen!“

Der Gedanke dahinter ist absolut nachvollziehbar – und trotzdem mag ich den Begriff Abgrenzung nicht besonders. In der Praxis beobachte ich häufig eine Überkorrektur:

Aus dem berechtigten Wunsch, sich selbst zu schützen, wird plötzlich ein reflexhaftes Ablehnen von allem, was nicht eindeutig zum eigenen Aufgabenbereich gehört.

Kurzfristig kann das entlasten und den Selbstwert steigern. Langfristig fühlt es sich jedoch nicht stimmig an – weder im Team noch für das eigene Selbstbild.

Die eigentliche Kunst liegt nicht in möglichst klaren Grenzen, sondern darin, bewusst zu entscheiden, wann wir unterstützen, wann wir Verantwortung übernehmen und wann ein freundliches Nein die gesündere Alternative ist.

👉 Im Coaching schauen wir uns solche Situationen genauer an:

Welche inneren Antreiber springen hier an?
Warum sagen wir manchmal reflexartig Ja?
Und welche Reaktionen tun uns selbst gut – und gleichzeitig auch der Zusammenarbeit und den Beziehungen?

Gesunde Abgrenzung bedeutet für mich nicht, Mauern zu bauen, sondern achtsam zu wählen: Wann helfe ich gern – und wann sorge ich gut für mich selbst? So entsteht Balance, die uns selbst stärkt und langfristig auch dem Klima im Team oder in der Familie guttut.